Goldene Mitte oder nicht
alles was glänzt ist Gold

Von Fakra Fatnassi

Worüber hätte in den letzten zehn Jahren nicht alles diskutiert werden können, wenn nicht über islami(sti)sche Schurken in Europa und anderswo, die Gefahren islamischer Doktrin überhaupt oder über die eigene Selbstverortung im christlich-säkularen Abendland. Themen, zu denen sich alle äußern können, seien sie nun Politmenschen, Kulturschaffende, Frauenrechtler/innen oder Busfahrer/innen. Die Inhalte mit diesem einen Bezugsbild waren in den letzten Jahren so viele an der Zahl und eines ist sicher, Islambezüge bleiben Bestseller.
    So konnte man sich auch in den letzten Wochen davon überzeugen, dass neuerlich Debatten (diesmal wider und für eine Islamkritik) die Gemüter erhitzten. Vor der Folie des Minarettverbotes im Schweizer Nachbarland, ging man auf Gefahren und die Grenzen der Demokratie ein, während es die üblichen Verdächtigen waren, die sich gleich für ein Minarettverbot auch hier zu Lande aussprachen (Henryk M. Broder, Alice Schwarzer) oder zumindest die Schuld für das Minarettverbot den Muslimen und Musliminnen selbst anlasteten (Necla Kelek).
    Am 18. Januar tritt die Professorin Dr. Birgit Rommelspacher mit ihrem mehrseitigen Essay «Ungebrochene Selbstidealisierung – Beispiel Minarettverbot: Wie kommt es, dass Feminist/innen mit den Rechten koalieren? Eine Kritik des kolonialen Feminismus«1 eine breite Diskussion los. Nüchtern geht die Rassismustheoretikerin auf die symbiotische Nähe von feministischer und rechter Argumentation und Agitation ein, auf die Rolle, die Feministinnen bei dem Ausgang des Volksbegehrens in der Schweiz gespielt haben und auf die Liaison, die Feministinnen in Geschichte mit kolonialer und faschistischer Bewegung pflegten.


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